Gelebte Körperarbeit

Wasbewirkt3SW

Gelebte Körperarbeit

In der Körperarbeit ist nach meiner Erfahrung ein ausgeprägter Wille zu immer mehr Leistung und (fremd-bewerteter) Perfektion wie auch die vorschnelle Bewertung des eigenen Übens nicht hilfreich. Bei aller Ernsthaftigkeit und gerade am Anfang auch Disziplin, um regelmäßige Körperarbeit in Form von Training durchzuführen, steht im Mittelpunkt eher eine spielerische Suche nach etwas, was schon „aus Kindertagen“ da ist. Das Erlernen aufrechten Stehens und Gehens wie auch das Erlernen von Sprechen (also Sprache) sind motorische Höchstleistungen unseres Körpers, die wir über konsequente Nachahmung trotz bzw. eben mit endlos vielen fehlgeschlagenen Versuchen erfolgreich durchlaufen haben.

Diese Erfolgserlebnisse sind tief verankert und im Körpergedächtnis „abgespeichert“, nur kommen wir mit einem Mehr an willentlicher und körperlicher Anstrengung nicht heran – im Gegenteil. Paradoxerweise müssen wir uns sogar „anstrengen“, uns weniger anzustrengen, um „nur“ noch das Nötige zu tun. Womit wir zulassen, dass das bereits Verankerte, das sich positiv bewährt hat, wieder mehr Raum bekommt.

Diesen Raum wieder zu entdecken, zu erforschen und zu beleben, lohnt jede Form von (Nicht-)Anstrengung. Und tatsächlich sind es erst einmal ganz „simple“ Übungen, die es in den Alltag zu übertragen gilt: Wie stehen Sie, wenn Sie auf den Bus warten? Wie gehen Sie, wenn Sie es eilig haben? Wie fühlt sich Ihr Körper an, wenn Sie bewusst innehalten? Das bewusste Lenken der Aufmerksamkeit auf diese Dinge ist sowohl in den Übungen als eben auch im Alltag der Schlüssel zu nachhaltiger Veränderung.